Gefeierte "Gräfin Mariza"

Pressestimmen nach der Premiere

"Die Premiere von Kálmáns "Gräfin Mariza" geriet spektakulär. [...] Regisseur Karl Absenger verzichtet auf jegliche Uminterpretationen oder Zeitreisen. Er spart auch nicht mit ungarischem Lokalkolorit, und die Choreografie Johanna Bodorss sorgt im Verein mit den Kostümen von Karin Fritz dafür, dass 'Gräfin Mariza' in Mörbisch aussieht wie 'Gräfin Mariza'. Und weil feurige Csárdás-Rhythmen und melancholische Zigeunerklänge das emotionale Auf und Ab der Beziehung zwischen Mariza und Tassilo symbolisieren, haben Absenger und sein Bühnenbildner Manfred Waba das Instrument des Zigeunerprimas zum Sinnbild für die Geschichte erklärt: Eine Geige [...] bildet das Zentrum der Bühne. Der erste (falsche) Eindruck: Wieder einmal herrscht auf einer Seebühne der Monumentalismus als Selbstzweck. Doch sobald sich die Mammut-Violine öffnet und in einen pompösen Salon verwandelt, entfaltet sich das Spiel natürlich und gerade deshalb mit höchstem theatralischen Effekt."

DIE PRESSE

 

"Diese Mörbisch-Premiere wird auf einem Niveau gesungen, das seinesgleichen sucht - auch im Vergleich zu anderen Operetten-Anbietern. [...] Zwei Intendantenwechsel später beginnt Peter Edelmann nun mit einer Premiere, die das Prädikat "Festspiel" sängerisch verdient, vor allem dank dieses Grafen Tassilo: Der verarmte Adelige, der sich am Gut der Titelheldin verdingt, ist reich an Stimme. Tenor Roman Payer verfügt in der Tiefe über maskuline Fülle, in der Höhe über Honigsüße und insgesamt über eine Bärenkraft, die Bravourtöne scheinbar mühelos stemmt. Daneben Vida Mikneviciute in der Titelrolle der umbuhlten Gräfin: Die zarte Litauerin überrascht mit einem Schalldruck, der auch Wagner-Partien zu schultern verstünde. [...] Dieser dunkel glosende, dramatische Sopran beglaubigt das Temperament der Gräfin Mariza aber nachdrücklich, und er ist in dieser Operette beileibe nicht fehl am Platz."

WIENER ZEITUNG

 

"Denn Regisseur Karl Absenger ist ein echter Vollprofi [...] setzt auf eine sehr solide Personenführung ohne Firlefanz und zeigt gute Unterhaltung. Manfred Waba hat dazu ein großartiges Bühnenbild geschaffen. Die laut Werbetext 'größte Geige der Welt' dominiert samt ausklappbarerer Details (Salon, Galerie, Showtreppe) das Ambiente; mittels Projektionen ist auch der See präsent. Schauwerte sind also gegeben, die Gesangswerte aber ebenso. Denn PeterEdelmann versteht sehr viel von [...] Stimmen. Und somit gibt Vida Mikneviciute eine im eleganten Look der 20er-Jahre (Kostüme: Karin Fritz) gekleidete Gräfin, die sich ziemlich sicher durch alle Irrungen und Wirrungen der Handlung singt. Als 'ihr' Graf Tassilo behauptet sich Roman Payer [...] sehr sympathisch und glaubhaft. Eine wirkliche Entdeckung dieser Ausgabe der Seefestspiele ist Rinnat Moriah, die sich als fast überbesetzte Lisa (eine Traumstimme und eine sehr schöne Darstellung) für höhere Aufgaben anbietet. Dazu ist Christoph Filier ein tadelloser, lustiger Koloman Zsupän, der auch die dankenswerterweise eingekürzten Dialogszenen mit Leben erfüllt.

KURIER

 

"Ungemein mitreißend tanzt das Ballett der Festspiele Mörbisch in der Choreographie von Johanna Bodor. Sehr gut zusammengestellt ist das Ensemble für diesen Hit aus der silbernen Wiener Operettenära: Allen voran ist Vida Mikneviciüte eine Titelheldin mit klarem, prächtigem Sopran und müheloser Höhe, die alle ihre Launen zeigt. Den verarmten Grafen Tassilo gibt Roman Payer mit kräftigem, baritonalem Tenor, der auch einige Strophen von 'Komm, Zigan' auf Ungarisch singt. Seine Schwester Lisa wird von Rinnat Moriah wunderbar rein gesungen. Christoph Filier mit kernigem Bariton spielt einen komischen Baron Kolomän Zsupän, dem der Hit 'Komm mit nach Varasdin' vortrefflich gelingt. Melanie Holliday ist eine exaltierte Fürstin Bozena Cuddenstein. Glasklar singt auch Mila Janevska die 'Zigeunerin', meist auf der Spitze der Geige stehend. Die erste Saison des Neo-Intendanten und Sängers Peter Edelmann, der hier 1993 als Danilo in Lehärs 'Lustiger Witwe' selbst debütiert hatte, konnte nicht besser beginnen. Die Operette lebt!"

KLEINE ZEITUNG

 

"Dieses Stück passt exakt ins pannonische Ambiente. [...] Diese Melange und die dabei entstehenden personalen Schattierungen zeigt die Mörbischer Regie von Karl Absenger durchaus versiert und unverkrampft und unterstützt von Karin Fritz' einfallsreichen Kostümen, die zwischendrin immer wieder für Überraschungen sorgen. [...] die Texte sind angenehm konzis und dort, wo über die Stränge geschlagen werden darf [...] punktet der Kammerdiener von Graf Tassilos in Amerika reich gewordener Tante, Herr Penizek (Franz Suhrada), mit grantigen Bemerkungen aller Art. [...] Alle größeren Nebenrollen sind gut besetzt, von Melanie Holliday als reich gewordene Tante aus Amerika und Horst Lamnek als Fürst Populescu bis Christoph Filier als Baron Kolomán Zsupán und Julian Looman als Liebenberg. Tadellos und überzeugend geradlinig in der männlichen Hauptrolle Roman Payer als Graf Tassilo. Fehlerlos der Zigeunergeiger Ondrej Janoska. Und nicht zuletzt: Ins Überdimensionale gewuchtet, beherrscht eine 45 Meter lange und 14 Meter hohe quer liegende Geige von Manfred Waba das Bühnenbild, aus der sich dann - aufwendig, aber doch - alles weitere kunstvoll-szenisch herausschälen darf."

SALZBURGER NACHRICHTEN

 

"Die Premierenvorstellung von Emerich Kalmans 'Gräfin Mariza' auf der Seebühne in Mörbisch wurde mit begeistertem Applaus bedacht. Das Publikum bestätigte, dass diese Inszenierung Spaß gemacht hat. Die Darbietung schwelgte weder in Nostalgie, noch bemühte sie sich krampfhaft um Aktualität. Regisseur Karl Absengers Version der 'Gräfin Mariza' leistete das, was man von einer Operette schlichtweg erwartet - nämlich gute Unterhaltung. "

ORF.AT

 

"Regisseur Karl Absenger ist mit seiner vierten Produktion in Mörbisch bereits ein alter Hase, der weiß, wie mit der riesigen Seebühne umzugehen ist. Jederzeit brechen Tänzer im Pusztadirndl oder Fantasiekostümen aus der Kulisse, alles ist im Fluss, nie gibt es Stillstand. Ein weiterer Pluspunkt ist Bühnenbildner Manfred Waba, ein Mörbisch-Debütant."

ÖSTERREICH