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Harald Serafin wird 1931 in Litauen geboren. Seine Mutter stammt
aus dem Salzburgischen, sein Vater ist Italiener. Von ihm erbt Serafin
sein südländisches Temperament und seinen dynamischen Charakter.
1939 wird Litauen von den Russen besetzt. 1940 flüchtet
die Familie Serafin in den Westen und findet in Memel/Ostpreußen für 3
Jahre eine Bleibe.
Als 1944 Ostpreußen von den Russen eingekesselt wird, wird die
Flucht per Schiff über die Ostsee nach Danzig fortgesetzt. Von dort aus
ziehen die Serafins wochenlang in einem Flüchtlingstreck bis Bayern und
finden in Bamberg ein neues Zuhause. Die Eltern eröffnen ein
Textilgeschäft.
1951 maturiert Harald Serafin in Bamberg. Obwohl seine Familie
sehr musikverbunden ist, soll Harald Arzt werden. Im 7. Semester des
Medizinstudiums entschließt sich Harald Serafin doch für die
Sängerlaufbahn. Er läßt sich an der Hochschule für Musik in Berlin und
am Konservatorium in Nürnberg bei KS Willi Domgraf Fassbaender
und Prof. Wilhelm Schönherr zum Opernsänger ausbilden.
Nach ersten Engagements in St.Gallen, Bern, Aachen und Ulm holt
ihn der damalige Direktor des Opernhauses, der Wiener Prof. Hermann Juch,
ans Opernhaus Zürich. Anläßlich der Züricher Juni-Festspiele
singt er die Hauptpartie in der Oper "Madame Bovary"; seine Partnerin
ist Anneliese Rottenberger.
Durch eine TV-Aufzeichnung von Madame Bovary wird man in Wien auf
ihn aufmerksam.
Somit ist es letztendlich ein Wiener, der berühmte Regisseur und
Schauspieler Otto Schenk, der Serafins spezielles Talent erkennt,
seiner Karriere den richtigen Weg weist und ihn zu dem Typ formt, der
ihn berühmt gemacht hat: Der singende Bonvivant der Operette.
Serafin lernt Otto Schenk in Zürich kennen. Schenks Inszenierung
der "Fledermaus" mit Serafin in der Rolle des "Eisenstein"
ist der Wendepunkt in Serafins künstlerischer Entwicklung. Er singt die
Partie weltweit und im Sommer 1977 an der Staatsoper Wien.
Der darauffolgende Erfolg von Schenks Inszenierung der
"Lustigen Witwe" am Opernhaus in Frankfurt mit Serafin als
"Danilo" (mit der großen Anja Silja als Partnerin) weist ihm
seinen zukünftigen Weg. Mit seiner Darstellung des Danilos schreibt
Serafin Operettengeschichte:
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Er singt diese Partie 1700 Mal und wird damit weltweit bekannt.
An zahlreichen Opernhäusern im deutschsprachigen Raum und immer
mehr auch im Fernsehen wird er als der neue komische
Charaktersänger und Liebhaber mit baritonaler Opernstimme
eingesetzt. 1967 holt ihn Direktor Moser an die Volksoper
Wien, das seitdem sein Stammhaus ist.
1970 sucht das Theater an der Wien für den als "Danilo"
unvergessenen Johannes Heesters einen Nachfolger. Prof.
Rolf Kutschera findet diesen Nachfolger in Harald
Serafin.
"Jede Zeit hat seinen Danilo, der unsrige heißt ab heute
Serafin", meinte damals Dr. Gotthard Böhm in "Die Presse Wien".
Die "New York Times" bezeichnet ihn als den "Walter Matthau der Wiener
Operette". Ginger Rogers meinte in London nach einem Konzert, Serafin
sei "ein wienerischer Maurice Chevalier". |
Jerome Savary bestand auf die Besetzung Serafins als "Raul"
in "Pariser Leben" in Frankfurt und als "Danilo" in
seiner Inszenierung der "Lustigen Witwe" an der Volksoper
in Wien. Serafin wird so zum "Danilo" vom Dienst. Er nimmt die
Operette sehr ernst.
Es folgen viele Auftritte in populären Fernsehsendungen in
Großbritannien ("Stars on Sunday"), in New York ("Hello America"), als
singender Moderator in ZDF, ARD und ORF ("Dalli, Dalli", "Erkennen Sie
die Melodie", "Sonntagskonzerte", "Blauer Bock-Sendungen", oftmals Gast
bei Heinz Conrads).
Außerdem produziert Serafin im ZDF/ORF/SRG "Opernball", "Schöne
Helena", "Feuerwerk", "Boccacio", "Zigeunerbaron", "Weißes Rössl". Es
folgen Schallplattenaufnahmen, wie beispielsweise "Verliebt in
Wien", "Da geh ich zu Maxim", "Lustige Witwe" und "Bel Ami".
Er unternimmt ausgedehnte Konzertreisen durch Amerika und
Japan, die ihn zu einem der international begehrtesten und
prominentesten Mitglieder der Wiener Volksoper machen.
1989 muss sich Serafin einer Stimmbandoperation unterziehen und
beschließt, danach, nicht mehr zu singen.
Er übernimmt 1992 als erfahrener Mann der Operette die
Intendanz der Seefestspiele Mörbisch. Mit großem Eifer und
Enthusiasmus macht er in den Jahren seiner Intendanz die Seefestspiele
weltweit zum "Mekka der Operette".
Er entdeckt und entwickelt seinen durch Talent und Erziehung
geprägten PR- und Geschäftssinn und verleiht dadurch den Seefestspielen
nicht nur im künstlerischen, sondern auch im wirtschaftlichen Bereich
neue Impulse. Groß angelegte Umbauten und Erweiterungen des
Festspielgeländes und der Tribüne für 6200 Besucher,
Perfektionierungen im technischen Bereich der Licht- und Tonanlage und
das Gespür für schöne Stimmen und attraktive Darsteller bringen den
Seefestspielen Mörbisch Jahr für Jahr neue Besucherrekorde. In den
vergangenen Jahren kamen jeden Sommer 200.000 Besucher nach
Mörbisch. Damit sind die Seefestspiele zum weltweit größten und
erfolgreichsten Operettenfestival geworden.
1983 erhält er die goldene Ehrenplakette der
österreichischen Fremdenverkehrswerbung.
Vom Theater an der Wien wird ihm der Goldene Ehrenring
verliehen.
Für seine Verdienste um die burgenländische Kulturszene wird
Prof. Harald Serafin 1996 durch LH Karl Stix mit dem Komtourkreuz,
dem höchsten Orden des Landes Burgenland, ausgezeichnet.
1985 Seine Laufbahn als Sänger wird gekrönt durch die Verleihung
des Titels „Kammersänger“ im Jahre 1985.
1995 Als Anerkennung für sein jahrelanges unermüdliches Engagement als
„musikalischer Botschafter“ des österreichischen Kulturgutes verleiht
ihm im Oktober 1995 der Bundespräsident Dr. Thomas Klestil den
Professorentitel.
1999 überreicht ihm der Wiener Kulturstadtrat Dr. Peter Marboe
das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien.
2001 wird ihm im Festsaal des Bundeskanzleramtes von
Kunststaatssekretär Franz Morak die höchste Auszeichnung des
österreichischen Staates für einen Künstler, das Ehrenkreuz für
Wissenschaft und Kunst I.Klasse, überreicht. Die Laudatio hält
der Direktor der Wiener Staatsoper, Herr Ioan Holender.
2005 wird ihm der Skål Tourism Quality Award
verliehen. Ein Preis, den Persönlichkeiten erhalten, die zu
signifikanten Veränderungen der Tourismusleistungen beigetragen haben.
Als Laudator tritt Georg Markus auf.
Im November 2007 wird Harald Serafin mit der goldenen
Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien ausgezeichnet.
Am 17. Februar 2009 erhält er den Orden für Verdienste um
Kunst, Kultur und Wissenschaft der Republik Litauen.
Sein komisches Talent wird auch heute noch auf der Bühne
geschätzt. Schon im Sommer 1992 holt ihn sein Freund Felix Dvorak
zu den Berndorfer Sommerspielen. Als Hauptdarsteller verhilft er
Ludwig Thoma "Moral" zu großem Erfolg bei Publikum und Kritikern.
Diese Aufführung wird vom ORF aufgezeichnet.
Als beinahe logische Konsequenz holt ihn sein jahrzehntelanger
Mentor Otto Schenk an die Kammerspiele des Theaters in der
Josefstadt für das Boulevard-Stück "Trau keinem über 60"(von
Gunther Beth). Auch hier kann er sein angeborenes Talent für Komik voll
ausspielen. Das Stück entwickelt sich zum Kassenschlager.
1995 folgt "Der Mann, der sich nicht traut" von Curth
Flatow in den Kammerspielen.
1998 holt ihn Josefstadt-Direktor Helmuth Lohner wieder an
die Kammerspiele. Im Stück "Nur keine Tränen, Liebling!"
(von Norman Brasch und Carroll Moore) spielt Serafin mit großem Erfolg
bei Presse und Publikum - einen Hypchonder.
Anschließend spielt Serafin unter der bewährten Regie von
Felix Dvorak in „Der Neurosenkavalier“ (von Gunther Beth),
einer Psychokomödie, einen erfolgreichen Langfinger. Sein nächster
Publikumshit war „Beste Freunde“ von William Douglas Home.
Aus seiner ersten Ehe mit Volksopern-Sängerin Mirjana Irosch
hat Serafin eine Tochter, Martina, die künstlerisch in die
Fußstapfen des Vaters tritt und zuletzt im Opernhaus Zürich mit der
‚Marie’ aus der „Verkauften Braut“ triumphale Erfolge feiert. Sie singt
u.a. in Essen und in Bologna die „Pique Dame“, in Stuttgart
„Cosí fan tutte“, „Don Giovanni“ und „Rosenkavalier“. Weitere wichtige
Premieren 2004 sind in Amsterdam unter der Regie von Willi Decker die ‚Marschallin’
im „Rosenkavalier“ sowie in Essen ihre erste ‚Marie’ in „Wozzeck“, die
ein triumphaler Erfolg wird. Ihr Wiener Staatsoperdebüt hat sie im
Januar 2005 als ‚Donna Elvira’ in „Don Giovanni“.
In seiner zweiten Frau Ingeborg, die er liebevoll "Mausi" nennt
und die Besitzerin der Boutique „Cellini“ in der Wiener Innenstadt war,
findet er den Ruhepol, aber auch das Verständnis und die Geborgenheit,
die ein Künstler braucht.
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Sein aus dieser Ehe
stammende Sohn Daniel ist für ihn der wichtigste Motor für die
Bewältigung seiner Aufgabe als Intendant.
Daniel selbst studiert ebenfalls Gesang und stand mit seinem
Vater als sein Sohn in „Beste Freunde“ in den Kammerspielen auf
den Brettern die beiden „die Welt“ bedeuten.
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Seit 2004 ist Harald Serafin nach 13 Jahren Unterbrechung wieder an der
Wiener Volksoper zu sehen. In der kommenden Saison übernimmt er in der
neu adaptierten Produktion „Die Lustige Witwe“ die Rolle des
„Baron Zeta“, singt in „Die Csárdasfürstin“ den „Leopold“
und steigt damit in das Fach des komischen Alten ein.
In der Saison 2004/05 spielte er in den Kammerspielen die Hauptrolle in
„Moral“ von Ludwig Thoma unter der Regie von Felix Dvorak, wo er über 60
Aufführungen vor ausverkauftem Haus stattfanden.
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Regelmäßig tritt er auch bei seinen Seefestspielen Mörbisch
auf.
Im Sommer 2005 war er ebenfalls als „Baron Zeta“ in „Die
Lustige Witwe“ zu sehen.
Im Jahr 2006 sang er auf der Mörbischer Seebühne den „Baron
Basil Basilowitsch“ in Lehárs „Der Graf von Luxemburg“
unter der Regie von Dietmar Pflegerl.
2007 verkörperte Harald Serafin den „Fürsten Ypsheim-Gindelbach“
in „Wiener Blut“ von Johann Strauß. Regie führte
Oscar-Preisträger Maximilian Schell. Ebenso feierte er 15 Jahre
Intendanz bei den Seefestspielen Mörbisch. |
Nach dem Jubiläumsjahr präsentierte Harald Serafin 2008 die
Produktion „Im Weißen Rössl“ von Ralph Benatzky, in der
er selbst mit großem Erfolg in die Rolle des Kaisers Franz
Joseph schlüpfte.
Von Oktober 2008 bis Mai 2009 war er im Volkstheater gemeinsam
mit Peter Weck unter der Regie von Michael Schottenberg in dem
Stück „Sunny Boys“ zu erleben.
Im Sommer 2009 präsentierte Prof. Serafin das erste Mal ein
Musical auf der Operettenbühne in Mörbisch – „MY FAIR LADY“.
Die Stückauswahl erwies sich als Glückgriff, denn sowohl die
Kritiker als auch das Publikum waren begeistert. Prof. Serafin
verkörperte die Rolle des Oberst Pickering.
Im November 2009 erscheint seine Biografie „Nicht immer war es
wunderbar“ mit Geschichten aus seinem bewegten Leben.
"Der Gesang und die Musik haben es mir ermöglicht, zu werden,
was ich immer sein wollte:ein freier Mensch."
Harald
Serafin
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