
Musik hieß Herbert Alsens
Leben schon, als er in
seiner Geburtsstadt
Hildesheim Schüler des
humanistischen Gymnasiums
war: er wollte Geiger
werden.
Bereits während seiner
Gymnasialzeit war er
Konzertmeister im
bischöflichen Orchester und
spielte bei Sonntagsmessen.
Während seines Musikstudiums
in Berlin fiel seine Stimme
auf.
Im Haydn-Jahr 1931/32 zog
Herbert Alsen als
Chormitglied mit "Die
Jahreszeiten" und "Die
Schöpfung" durch halb
Deutschland.
Von der Tourneestation
Hamburg weg wurde er direkt
nach Hagen in Westfalen
engagiert. Der Vertrag
lautete auf "Erster
Bassist". Er debütierte als
Rocco in "Fidelio" und
konnte bereits im ersten
Engagementsjahr zehn Partien
erarbeiten. Nach Verträgen
in Dessau und Wiesbaden
erhielt er Angebote nach
Hamburg und Wien. Er
entschied sich für Wien:
"Denn da hat es mich immer
hingezogen."
1936 bekam er seinen Vertrag
an der Wiener Staatsoper.
Noch im selben Sommer hatte
ihn Bruno Walter als Komtur
( "Don Giovanni" ) nach
Salzburg geholt, wo er auch
den Pogner ( "Meistersinger"
) unter Toscanini sang.
Bereits nach zwei
Spielzeiten an der Wiener
Staatsoper holte man ihn an
die Metropolitan Opera nach
New York.
An allen großen Opernbühnen
der Welt ( Scala, Covent
Garden, Grand Opéra,
München, Deutsche
Staatsoper, Berlin... ) sang
Herbert Alsen die mehr als
fünfzig Partien seines
Repertoires. Gurnemanz (
"Parsifal" ), Sarastro (
"Die Zauberflöte" ) und
Osmin ( "Die Entführung aus
dem Serail" ) waren seine
Lieblingsrollen.
Herbert Alsen, heldischer
Baß und Kammersänger, durch
Jahre eine Stütze der Wiener
Oper, schüttelte eines Tages
den Wiener Staub von seinen
Füßen und zog gen Osten. In
das Burgenland bis hart an
die Grenze, die man den
"Eisernen Vorhang" nennt.
Mörbisch heißt der Ort, wo
die westliche Welt ihr Ende
findet, ein liebes,
freundliches Fleckchen mit
Bauernhäusern und Dutzenden
von Weinkellern."
Herbert Alsen verbrachte
1955 gemeinsam mit seiner
Frau Gisela und seiner
Tochter Marina den Urlaub in
Mörbisch.
Beim Anblick der Mörbischer
Bucht meinte Kammersänger
Alsen mit professionellem
Bühnenblick: "Hier müßte man
Theater spielen!"
Bereits zwei Jahre später,
1957, hatten die Mörbischer
Seefestspiele Premiere:
Johann Strauß
"Zigeunerbaron".
1959 verwandelte Herbert
Alsen den Burggraben
Forchtenstein zu einer Bühne
und begründete dort ein
Zentrum der
Grillparzer-Pflege.
1961 wurde in Forchtenstein
auch das Gillparzerforum ins
Leben gerufen.
Bis zu seinem Tod im Oktober
1978 leitete Herbert Alsen
nach Abschluß seiner
Sängerkarriere beide
burgenländischen Festspiele.
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