London liegt nicht an
der Themse, sondern am Neusiedler
See, das hat Intendant Harald
Serafin bei der Premiere des
Welthits „My Fair Lady“ den
Premierengästen erfolgreich
eingeredet.
Seine Entscheidung, diesen Sommer
das Musical schlechthin auf der
Seebühne zu spielen, war
goldrichtig.
Serafin hat mit „My Fair Lady“
wieder den Publikumsgeschmack
bestens getroffen, die 6.200
Premierengäste lachten herzlich,
applaudierten unermüdlich und riefen
Bravo!
Intendant Harald
Serafin
begrüßte im Mekka der Operette viel
Prominenz – allen voran
Bundespräsident Heinz Fischer mit
seiner First Lady Margit Fischer.
Vor 10 Jahren hat der
Bundespräsident einmal die
Seefestspiele Mörbisch besucht und
der gute Ruf der Seefestspiele
Mörbisch hat ihn nun erstmals in
seiner Funktion als Bundespräsident
an den Neusiedler See gelockt. Der
erste Mann im Staat hat die Reise
von Wien nach Mörbisch nicht bereut.
Bundespräsident Heinz Fischer war
sehr angetan von Sängern,
Schauspielern, bombastischen
Bühnenbild und natürlich von den
zauberhaften Melodien aus „My Fair
Lady“.
Ein Hochgenuss war wieder, die von
den Premierengästen mit Spannung
erwartete Begrüßungsrede Harald
Serafins. Diese drohte kurz zu
scheitern, die unzähligen Fotografen
und Kamerateams verdeckten dem
Mörbisch-Chef den Blick auf die
Zuschauerreichen. Doch wer Harald
Serafin kennt, der weiß, dass das
kein wirkliches Hindernis ist und so
meinte der bestens gelaunte
Intendant: “Macht’s a bisserl Platz,
oder wollt’s alle meine Falten
aufnehmen?“
Besonderen Gefallen fand Intendant
Harald Serafin an den Brillen von
Justizministerin Claudia
Bandion-Ortner, ihre Brillen
seien nicht nur hübsch, sondern
würden auch zu ihrem hübschen
Gesichtchen passen.
Und dann kommentierte
Serafin den steilen Aufstieg von
Nikolaus Berlakovich,
schließlich habe er sich jobmäßig ja
um einiges verbessert, dass ein
burgenländischer Landesrat
Landwirtschaftsminister wird, ist
schon was.
Und damit schließt sich der Reigen,
die Vertreter der burgenländischen
Landesregierung mit
Landeshauptmann Hans Niessl,
Landeshauptmannstellvertreter Franz
Steindl und Seefestspiele
Mörbisch Präsident Landesrat
Helmut Bieler bekamen wieder die
gesamte Serafin’sche Ladung an
freundlichen Bösartigkeiten ab.
Mit dabei bei der
Premiere in Mörbisch natürlich
eingefleischte Serafin und Mörbisch
Fans wie Franz und Christine
Vranitzky, Peter Weck,
Peter Kraus, Lotte Tobisch,
Brigitte Neumeister,
Susanne Michel, Felix Dvorak,
Arik Brauer, Karl Schranz,
Christian
Kolonovits mit Ehefrau der
Designerin Brigitte Just, die
Dancing Stars Juroren Thomas
Schäfer-Ellmayer,Hannes
Nedbal und Waltraud Haas
und Erwin Strahl,
Peter Kraus, Gery Keszler,
Operettendiva Birgit Sarata,
ORF Generaldirektor Alexander
Wrabetz mit seiner Ehefrau, der
Ärztin Petra Wrabetz,
Opernfestspiele St. Margarethen
Intendant Wolfgang Werner und
viele mehr. Die Premierengäste
erlebten eine schwungvolle „My
Fair Lady“ und alle samt waren
begeistert von Nadine Zeintl.
Die blutjunge Sängerin gibt eine
bezaubernde
Eliza
Doolittle.
Die Oberösterreicherin switcht
problemlos zwischen Ottakringer
Dialekt und Hochdeutsch.
Ihr zur Seite
steht ein grandioser Michael
Maertens als Henry Higgins.
Dass Serafin den
Burgschauspieler für Mörbisch ködern
konnte ist eine wahre Sensation und
am Premierenabend entpuppte sich
dieser Coup als Glücksgriff. Harald
Serafins bekannte Hartnäckigkeit hat
zum Engagement von Michael Maertens
geführt: „Es war schwierig, an ihn
ranzukommen, aber jetzt hab ich
ihn!“
Harald Serafin
läuft als Oberst
Pickering wieder zur Höchstform
auf. Der Charmeur tänzelt über die
Bühne wie ein junge Liebhaber: „Ich
bin immer auf der Seite von Eliza
und verlieb mich auch ein bisserl in
die junge Frau. Dass sich ein Mensch
so malträtieren lässt wie dieses
Blumenmädchen, das ist ja schon
unglaublich. Sie braucht einfach
jemanden, der zu ihr steht. Und zu
meinen beiden Elizas – Nadine
Zeintl und Katrin Fuchs –
steht ich auch sehr gern, die beiden
sind einfach so entzückende Mädls,
einfach zum Abbusseln die zwei!
“Regisseur
Helmuth Lohner
hat „My Fair Lady“ unverkennbar
seine Handschrift hinterlassen: „Ich
bin halt ein bisserl pingelig. Ich
weiß schon, ich hab die Schauspieler
wochenlang in den Proben getriezt,
bis sie so gespielt, gesunden und
gesprochen haben, wie ich es mir
vorgestellt hab. Aber jetzt bin ich
glücklich und froh, dass wir so eine
schöne „My Fair Lady“ am Neusiedler
See geschafft haben – sie ist
einfach wunderscheeen!“
Dass dieses Jahr in
Mörbisch besonders viele Stars auf
der Bühne stehen, begeisterte das
Publikum. Helmuth Lohner als
Alfred P. Doolittle, Gaby Jacoby
als Mrs. Higgins, Isabel Weicken
als Mrs. Pearce und Daniel
Serafin als Freddys
Eynsford-Hill sind aber auch eine
wahrer Genuss.
Das London, das Rolf Langenfass
an den Neusiedler See gezaubert hat
und die wunderschönen Kostüme
begeisterte das Publikum ebenso wie
die Musik, für die dieses Jahr
Musicalspezialist Caspar Richter,
der Musikdirektor der Vereinigten
Bühnen Wien, verantwortlich ist.
Dazu kommen hinreißende,
temperamentvolle Tanzeinlagen von
Choreograph Giogio Madia.
London liegt am Neusiedler See und
nicht an der Themse – diese
Behauptung funktioniert. Hut ab vor
dieser „My Fair Lady“!