Zwar fiel die Orchesterhauptprobe für die
Donnerstag-Premiere des Operettenklassikers
"Wiener Blut" in Mörbisch gestern (9. Juli
2007) auf Grund eines heftigen Gewitters ins
Wasser, in seiner Live-Zuschaltung in "lebens.art"
(22.30 Uhr, ORF 2) war Festspielintendant
Harald Serafin aber schon wieder guter
Dinge: "Besser es regnet heute und am
Donnerstag ist es trocken." Doch nicht nur
das ORF-Kulturmagazin, das gestern mit
durchschnittlich 186.000 Sehern (16 Prozent
nationaler Marktanteil 12+) seinen besten
Wert seit Start hinlegte, blickte hinter die
Kulissen der Megaproduktion, die ORF 2 und
3sat am Donnerstag ab 21.05 Uhr live
übertragen, auch zahlreiche Journalisten
taten dies im Rahmen eines Pressetermins auf
der Seefestbühne. Mittendrin
Erfolgsregisseur Kurt Pongratz, der erstmals
eine Operette - und zwar die allererste
Live-Übertragung einer Mörbisch-Premiere,
inszeniert von Oscar-Preisträger Maximilian
Schell - mit Hilfe einer rund 70-köpfigen
ORF-Crew ins rechte TV-Bild rückt.
Serafins Wunschkandidat
 |
Kurt Pongratz, den mehrfach ausgezeichneten
Spezialisten für TV-Großproduktionen mit bis
zu 45 Kameras, der bisher u. a. nicht nur
für erfolgreiche ORF-Shows wie "Musikantenstadl",
"Starmania" oder "Dancing Stars", sondern
auch für große Events und Galas wie
"Christmas in Vienna" und "World Stunt
Awards" sowie erfolgreiche Talkformate wie
die "Harald-Schmidt-Show" verantwortlich
zeichnete, hat sich Mörbisch-Hausherr Harald
Serafin in seinem 15. Intendanzjahr
höchstpersönlich für die Bildregie der
Operettenübertragung gewünscht. "Ich kenne
ihn lange und weiß, wie er arbeitet.
|
Und ich weiß, dass hier noch nie Showeffekte
und -schnitte gemacht wurden, wie man sie
mit der modernen Technik eigentlich machen
könnte. Und das kann der Kurt Pongratz",
schwärmt Festspieljubilar Serafin. "Ich bin
wahnsinnig erfreut darüber, dass er das
übernommen hat."
Pongratz: "Wichtig, den Open-Air-Gedanken
rüberzubringen"
 |
"Es war nicht schwer, mich dafür zu
gewinnen, weil das eine Musiksendung ist,
die mich persönlich sehr interessiert. Wie
Musik überhaupt: und zwar vom Pop über
Volksmusik bis zur Klassik. Musik ist mir
sehr wichtig", bekennt sich Pongratz zu
seinem Operetten-Debüt. Und: "Strauß ist
eine gschmackige Musik für einen
Fernsehschaffenden." In der Vergangenheit
hatte Kurt Pongratz es u. a. mit zahlreichen
internationalen Musikgrößen aller Richtungen
zu tun: Von Plácido Domingo und José
Carreras über Paul Anka, Diana Ross, Dionne
Warwick, Tina Turner, Cher, Phil Collins und
Rod Stewart bis zu Robbie Williams - sie
alle ließen sich schon vom gebürtigen
Mödlinger in Szene setzen. Bei "Wiener Blut"
wird der Starregisseur mit insgesamt elf
Kameras arbeiten - drei davon auf der Bühne.
"Es ist mir wichtig, den Open-Air-Gedanken
richtig rüberzubringen, die wunderschöne
Landschaft, den See und die Musik mit
luftigen Bildern zu verbinden. Mörbisch hat
schon einen speziellen Touch und es ist
toll, dass wir mit einer Beginnzeit von
21.00 Uhr diese Blue-Hour-Stimmung einfangen
können", so Pongratz. |
Fruchtbare künstlerische
Auseinandersetzungen mit Schell
Mit Operettenregisseur Maximilian Schell
habe es anfangs zwar fachliche Diskussionen
darüber gegeben, wie präsent das
Kamerakonzept bei der Premiere sein solle.
Doch: "Das waren künstlerische
Auseinandersetzungen mit einem positiven
Ergebnis, denn meine Intention ist es,
Schells spartanische Inszenierung dicht,
kompakt und für den Zuseher kulinarisch ins
Bild zu rücken", erzählt Pongratz. Jetzt
muss nur mehr das Wetter mitspielen, dann
ist alles perfekt. "Das ist jetzt unser
größtes Problem. Aber ich habe heute mit den
Leuten vom ORF-Wetter gesprochen und die
sagen, dass es am Donnerstag eine trockene
Aufführung geben soll", zeigt sich der
Großmeister der TV-Bilder zuversichtlich. |